Rumänien

Scărișoara-Eishöhle

Peștera Scărișoara · Aranyosfői-jégbarlang

Eine der größten Eishöhlen der Westkarpaten mit einem riesigen unterirdischen Eisblock.

Region
Siebenbürgen
Kreis
Kreis Alba
Länge
ca. 720 m
Tiefe
ca. 120 m
Eisvolumen
ca. 75.000 m³
Erste Erwähnung
1863
Naturpark
Apuseni
Alter des Eises
mindestens 13.000 Jahre (neuere Untersuchung)
Koordinaten
46,49° N · 22,81° O
RO AB Pestera Scarisoara (2)
Foto: Țetcu Mircea Rareș · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Die Scărișoara-Höhle liegt im Apuseni-Gebirge, etwa 40 Kilometer von Câmpeni entfernt, und gehört zum Naturpark Apuseni. Sie zählt zu den größten Eishöhlen der Westkarpaten und gilt als Schauhöhle und als eines der Naturwunder Rumäniens. Man erreicht sie von Gârda de Sus aus über eine rund zehn Kilometer lange, schmale Asphaltstraße.

Der Eisblock hat ein Volumen von rund 75.000 Kubikmetern und gilt als der kompakteste unterirdische Eisblock Europas. Pollenanalysen datierten das Eis zunächst auf etwa 3.500 Jahre, nach neueren Untersuchungen ist es mindestens 13.000 Jahre alt.

Aufbau der Höhle

Die Höhle ist etwa 720 Meter lang und 120 Meter tief. Ein Schacht von 60 Metern Durchmesser und 50 Metern Tiefe führt über Metalltreppen in die Große Halle, die rund 108 Meter lang und 78 Meter breit ist. Dort steht eine etwa 18 Meter hohe Eiswand über einem Eisbecken. Weitere Räume sind die „Kirche“ mit über 100 Eisstalagmiten, der Große und der Kleine Reservat-Raum.

Erforschung und Tierwelt

Der österreichische Geograph Arnold Schmidl erwähnte die Höhle 1863 und fertigte die erste Karte. Emil Racoviță erforschte sie zwischen 1921 und 1923. Die Temperatur liegt im Besucherbereich im Mittel um 0 °C, sie schwankt zwischen etwa +1 °C im Sommer und −7 °C im Winter. In der Höhle leben Fledermäuse und ein kleiner Käfer, Pholeuon proserpinae glaciale; im Großen Reservat wurde das Skelett einer Gämse gefunden. Für Besucher sind nur Schacht, Große Halle und Kirche zugänglich, die übrigen Räume sind der Forschung vorbehalten.

Sehenswert

  • Große HalleDie weite Halle mit Eiswand und gefrorenem Becken ist das Herzstück des Besucherwegs.
  • Die KircheEine Eiskammer mit mehr als 100 Eisstalagmiten.
  • EingangsschachtDer große Einsturzschacht mit Metalltreppe ist selbst eindrucksvoll.