Die rumänische Küche ist bodenständig und vom Land geprägt. Maisbrei, Kohl, Fleisch, saure Zutaten und Milchprodukte stehen im Mittelpunkt, dazu kommen Gewürze wie Dill, Thymian, Paprika und viel Knoblauch.
Die Regionen setzen eigene Akzente: Aus dem Osmanischen Reich stammen Gerichte wie Mici und Moussaka, aus Ungarn Gulasch und Baumstriezel, die Siebenbürger Sachsen brachten Gebäck, Schnitzel und Eingemachtes mit. Beim Essen wird gern reichlich aufgetischt.
Suppen und Hauptgerichte
Die Ciorbă ist eine saure Suppe, die mit Borș, Sauerkrautsaft oder Zitronensäure gesäuert wird. Beliebt sind Ciorbă de perișoare mit Fleischklößchen, Ciorbă de burtă aus Kutteln und die Fischsuppe aus dem Donaudelta. Sie wird oft mit Sauerrahm und scharfem Paprika serviert.
Zu den Hauptgerichten zählen Sarmale, Kohl- oder Weinblätter, gefüllt mit Hackfleisch und Reis. Dazu gibt es Mămăligă, einen festen Maisbrei, der vielerorts das Brot ersetzt. Mici sind gegrillte, stark gewürzte Hackröllchen, die man mit Senf und Brot isst.
Vorspeisen, Käse und Eingelegtes
Auf den Tisch kommen häufig Salată de vinete aus gerösteten Auberginen, Zacuscă, ein Aufstrich aus Paprika, Aubergine und Zwiebeln, und Telemea, ein salziger Schafs- oder Kuhkäse. Im Winter bestimmen Eingelegtes (murături) und Räucherwaren den Speiseplan.
Typisch sind Bulz aus Maisbrei mit Käse, Würste und Speck sowie in den Karpaten Brânză de burduf, ein im Fichtenrindenschlauch gereifter Schafskäse.
Beim Frühstück oder Abendessen kommen Salami, Käse, Tomaten, Gurken und frisches Brot dazu. Beliebt sind außerdem Jumări, ausgelassene Speckwürfel, und Slănină, geräucherter Speck, die zu Palincă gereicht werden.
Süßes und Gebäck
Zu Festen backt man Cozonac, einen Hefezopf mit Nüssen, Kakao oder Rosinen, zu Ostern zusammen mit Pască, einem Käsekuchen. Papanași sind frittierte oder gekochte Quarkkrapfen mit Sauerrahm und Kirschmarmelade.
Der Kürtőskalács, in Siebenbürgen als Baumstriezel bekannt, wird über Glut gebacken und mit Zucker bestreut. Dazu kommen Plăcinte, gefüllte Teigtaschen, und Dulceață, Fruchtkonfitüre, die Gästen traditionell angeboten wird.
Auf Märkten verkaufen Händler Honig, Nüsse, Trockenfrüchte und Halva. In Cafés bekommt man Amandine, Kremșnit, Doboș-Torte und Eclairs, die zum rumänischen Kuchenangebot gehören.
Getränke
Țuică ist ein Pflaumenbrand, der vor allem in der Walachei und in Siebenbürgen gebrannt wird. Palincă oder Pălincă wird zweifach gebrannt und hat meist mehr Alkohol. Beide begleiten Mahlzeiten und Feste; angestoßen wird mit „Noroc“.
Rumänien hat eine lange Weinbautradition mit Anbaugebieten wie Cotnari, Dealu Mare, Murfatlar und Recaș. Dazu zählen Fetească-Sorten und Tămâioasă. Kaffee wird in Cafés ebenso gern getrunken wie Limonade, Ayran oder Zmeurată, ein Himbeergetränk.
Gerichte und Getränke
- SarmaleGefüllte Kohlrouladen mit Hackfleisch und Reis, oft mit Mămăligă und Sauerrahm.
- MiciGegrillte Hackröllchen mit Knoblauch und Gewürzen, auch Mititei genannt.
- MămăligăFester Maisbrei, Beilage und Grundlage für viele Gerichte, etwa Bulz.
- CiorbăSaure Suppe in vielen Varianten, von Fleischklößchen bis Kutteln.
- ZacuscăGekochter Aufstrich aus Aubergine, Paprika und Zwiebeln, im Herbst eingekocht.
- CozonacHefezopf mit Nuss-, Mohn- oder Kakaofüllung zu Weihnachten und Ostern.
- PapanașiQuarkkrapfen mit Sauerrahm und Fruchtmarmelade.
- ȚuicăPflaumenschnaps; Palincă ist die zweifach gebrannte Variante.