Maramureș liegt im äußersten Nordwesten Rumäniens, begrenzt von den Waldkarpaten und der Theiß, die hier die Grenze zur Ukraine bildet. Das Gebiet gliedert sich in Täler und Dörfer, die bis heute für ihre traditionelle Lebensweise bekannt sind. Hauptorte sind Baia Mare und Sighetu Marmației. Wer durch die Täler fährt, trifft auf Dörfer, in denen das Heu noch mit der Sense gemäht wird und Frauen sonntags in Tracht zur Kirche gehen. Das Dorfleben ist weniger Museum als Alltag; Besucher sind in Pensionen auf Bauernhöfen willkommen.
Die Lage am Rand und die schwere Erreichbarkeit haben dazu beigetragen, dass hier Trachten, Bräuche und Handwerk lange erhalten blieben. In vielen Dörfern sind Holztore mit geschnitzten Motiven, hohe Holzkirchen und Heuhaufen auf den Wiesen Teil des Alltags. Berühmt sind die geschnitzten Holztore der Bauernhöfe, die als Zeichen von Wohlstand und Ehre galten. Typische Motive sind Sonnenrad, Seil und Lebensbaum.
Geschichte
Das historische Maramureș gehörte zum Königreich Ungarn, wo es einen eigenen Komitat bildete. Rumänische Knesen verwalteten die Täler. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das Gebiet geteilt: Der Teil nördlich der Theiß kam zur Tschechoslowakei und gehört heute zur Ukraine, der südliche Teil zu Rumänien.
Sighetu Marmației beherbergt eine Gedenkstätte im ehemaligen Gefängnis, in dem zur Zeit des Kommunismus Politiker und Intellektuelle inhaftiert wurden.
Im Alltag blieb das Gebirgsland von Politik oft weit entfernt. Erst im 19. Jahrhundert kamen Holzflößerei, Bergbau bei Baia Mare und Forstwirtschaft im Vișeu-Tal zu größerer Bedeutung.
Landschaft und Kultur
Acht Holzkirchen der Region stehen seit 1999 auf der UNESCO-Welterbeliste, darunter Bârsana, Ieud und Surdești mit ihren schlanken, hohen Türmen. Im Dorf Săpânța ist der Fröhliche Friedhof mit bemalten Holzkreuzen und kurzen Versen auf den Verstorbenen bekannt.
Im Vaser-Tal fährt eine Schmalspurbahn, die Mocănița, durch den Wald. Im Gebirge liegen der Rodna-Nationalpark und das Maramureș-Gebirge; auf Dorffesten sind Trachten und Volksmusik noch lebendig.





