Rumänien

Baia Mare

Frauenbach · Groß-Neustadt · Nagybánya

Alte Bergbaustadt am Rand der Gutâi-Berge und Tor in die Maramureș.

Region
Maramureș
Kreis
Kreis Maramureș
Einwohner
ca. 109.000 (2021)
Kreis
Maramureș (Kreishauptstadt)
Deutscher Name
Frauenbach oder Groß-Neustadt
Ungarischer Name
Nagybánya
Höhe
ca. 230 m
Koordinaten
47,66° N · 23,57° O
BaiaMareFotoThalerTamas
Foto: Thaler Tamas · CC BY-SA 3.0 ro · Wikimedia Commons

Baia Mare ist die Hauptstadt des Kreises Maramureș und das wirtschaftliche Zentrum im Nordwesten Rumäniens. Auf Deutsch hieß die Stadt Frauenbach oder Groß-Neustadt, auf Ungarisch Nagybánya. Schon die Namen verraten, worauf ihr Wohlstand beruhte: auf dem Bergbau. Seit dem Mittelalter wurden in der Umgebung Gold, Silber und Buntmetalle gefördert, und die Stadt war lange ein Hüttenstandort.

Heute leben dort ungefähr 109.000 Menschen; Baia Mare ist die größte Stadt des Kreises. Die Gegend ist zugleich der bequemste Ausgangspunkt für Reisen in die Maramureș: Von hier führen die Straßen über den Gutâi-Pass zu den Holzkirchen, Dörfern und Klöstern im Norden. Wer die Stadt selbst besucht, findet einen gut erhaltenen historischen Kern und eine bemerkenswerte Künstlertradition.

Bergbau und Malerschule

Die Metallvorkommen machten Baia Mare über Jahrhunderte zu einem wichtigen Ort des Königreichs Ungarn und später des Fürstentums Siebenbürgen. Als älteste urkundliche Erwähnung gilt eine Urkunde von 1142, in der König Géza II. Deutsche ansiedeln ließ; 1347 wird die Stadt als bedeutende Bergbaustadt bezeichnet. Bis ins 20. Jahrhundert prägten Gruben, Aufbereitungsanlagen und Hütten die Landschaft rund um die Stadt. Daran erinnert das Mineralogische Museum mit seiner regionalen Mineraliensammlung; ein 351,5 Meter hoher Kamin der Phoenix-Kupferhütte ragt noch heute über die Stadt.

Ende des 19. Jahrhunderts entstand hier die Künstlerkolonie Nagybánya, zu deren Gründern Simon Hollósy, Károly Ferenczy, Béla Iványi-Grünwald, István Réti und János Thorma zählten. Maler aus Ungarn und Rumänien arbeiteten im Freien und suchten ein Licht- und Naturbild jenseits der akademischen Konvention; die Kolonie beeinflusste die ungarische und rumänische Kunst des 20. Jahrhunderts. Die Kunst dieser Zeit ist bis heute ein Markenzeichen der Stadt.

Der Stadtkern

Das Zentrum gruppiert sich um den Platz mit dem Stephansturm, dem Wahrzeichen der Stadt. Er gehört zur Stephanskirche, die im 14. Jahrhundert entstand; der Turm ist über 40 Meter hoch. Rundherum stehen Bürgerhäuser aus verschiedenen Epochen, Cafés und Fußgängerzonen, die man in einem ruhigen Rundgang erschließt.

Am Stadtrand liegt das Dorfmuseum, in dem Bauernhäuser, Holzkirchen und Scheunen aus der Maramureș zusammengetragen wurden. Es bietet einen guten Einstieg, bevor man die echten Dörfer im Norden besucht.

Sehenswert

  • StephansturmDer Turm der Stephanskirche ist das Wahrzeichen der Altstadt und ein guter Orientierungspunkt.
  • Mineralogisches MuseumDie Sammlung zeigt Mineralien aus der Bergbauregion rund um die Stadt.
  • DorfmuseumEin Freilichtmuseum mit Häusern, Höfen und Holzkirchen aus der Maramureș.
  • Gutâi-PassDie Straße in die Maramureș führt durch Bergwälder und bietet unterwegs weite Ausblicke.