Rumänien

Sighetu Marmației

Marmaroschsiget · Máramarossziget

Grenzstadt an der Theiß mit dem Gedenkort des Kommunismus und Dörfern voller Holzkunst.

Region
Maramureș
Kreis
Kreis Maramureș
Kreis
Maramureș
Deutscher Name
Marmaroschsiget
Ungarischer Name
Máramarossziget
Einwohner
ca. 32.800 (2021)
Erste Erwähnung
1326
Koordinaten
47,93° N · 23,89° O
Hotel Coroana, Sighetu Marmației (2023) - img 02
Foto: Chainwit. · CC BY 4.0 · Wikimedia Commons

Sighetu Marmației, kurz Sighet, liegt im Theißtal unmittelbar an der Grenze zur Ukraine. Auf Deutsch hieß die Stadt Marmaroschsiget, auf Ungarisch Máramarossziget. Das Wort „Sziget“ bedeutet „Insel“. Die Stadt wurde 1326 erstmals urkundlich erwähnt, war ab 1352 freie Königsstadt und über Jahrhunderte das Zentrum der historischen Landschaft Maramureș, in der Rumänen, Ungarn, Ruthenen, Deutsche und eine große jüdische Gemeinde lebten.

Heute ist Sighet vor allem ein Ausgangspunkt für Reisen ins Land der Holzkirchen und ein Ort der Erinnerung. Der Schriftsteller und Friedensnobelpreisträger Elie Wiesel (1928–2016) wurde hier geboren; sein Geburtshaus ist als Gedenkstätte zugänglich. Dazu kommt ein Museum, das an die Opfer des Kommunismus erinnert, und ein lebendiges Dorfleben in der Umgebung.

Erinnerungsort und Gefängnis

Die Gedenkstätte für die Opfer des Kommunismus und des Widerstands ist in einem früheren Gefängnis eingerichtet. Dort hielt die Securitate in den 1950er- und 1960er-Jahren als „Klassenfeinde“ eingestufte Politiker, Offiziere, Intellektuelle und Geistliche gefangen; der frühere Ministerpräsident Iuliu Maniu starb in der Haft. Seit 1997 besteht hier das Memorial Sighet. Die Räume wurden zu Ausstellungen umgebaut, die die Geschichte des Regimes anhand von Dokumenten, Fotografien und Zellen nachvollziehbar machen.

Zum Ensemble gehört ein internationales Studienzentrum, das die Geschichte der kommunistischen Diktaturen erforscht. Auch an die jüdische Gemeinde der Stadt wird erinnert: 1941 und nach Pessach 1944 wurden Juden aus Sighet deportiert, im Mai 1944 wurde das Ghetto aufgelöst. Der Besuch ist ernst, gehört aber zu den eindrücklichsten Stationen im Norden des Landes.

Umgebung

Im Umland finden sich die Dörfer des Iza-Tals und die berühmten Holzkirchen der Maramureș, die zum Weltkulturerbe zählen. Hohe Holztore, Webstühle vor den Häusern und Heuhaufen auf den Wiesen gehören hier noch zum Alltag.

Nur wenige Kilometer von der Stadt entfernt liegt Săpânța mit seinem Fröhlichen Friedhof, dessen bunt bemalte Holzkreuze das Leben der Toten in Versen und Bildern erzählen.

Sehenswert

  • Gedenkstätte SighetEin ehemaliges Gefängnis, das heute als Museum an die Opfer des Kommunismus erinnert.
  • Elie-Wiesel-HausDas Geburtshaus des Schriftstellers ist heute eine Gedenk- und Ausstellungsstätte.
  • Fröhlicher Friedhof von SăpânțaBunt bemalte Grabkreuze mit gereimten Inschriften, wenige Kilometer nördlich.
  • Dörfer im Iza-TalHolzkirchen, Hoftore und lebendige Handwerkstradition auf kleinem Raum.