Rumänien

Oltenien (Kleine Walachei)

Oltenia

Der Westen der Walachei zwischen Olt, Donau und Südkarpaten – Heimat von Brâncuși und Klöstern.

Größte Stadt
Craiova
Weitere Städte
Târgu Jiu, Râmnicu Vâlcea, Drobeta-Turnu Severin, Slatina
Landschaft
Südkarpaten, Subkarpaten, Donau, Eisernes Tor
Grenzfluss
Olt im Osten, Donau im Süden
Carpet, Oltenia, 1807, Cyrillic inscription
Foto: Joe Mabel · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Oltenien liegt westlich des Flusses Olt und wird deshalb auch Kleine Walachei genannt. Im Norden begrenzen die Südkarpaten mit Retezat und Parâng die Region, im Süden bildet die Donau die Grenze zu Serbien und Bulgarien. Im Südwesten zwängt sich der Strom am Eisernen Tor durch die Karpaten. Der Fluss Olt entspringt in den Ostkarpaten, durchbricht bei Turnu Roșu das Gebirge und mündet in die Donau. Er trennt Oltenien historisch vom östlich gelegenen Muntenien und gab der Landschaft ihren Namen.

Die größte Stadt ist Craiova, weitere wichtige Orte sind Târgu Jiu, Râmnicu Vâlcea und Drobeta-Turnu Severin. Das Land ist ländlicher geprägt als Muntenien: Weinberge und Obstgärten im Hügelland, Klöster in den Waldtälern und ein Kohlebergbau, der Teile der Region wirtschaftlich lange bestimmt hat. Eine Besonderheit sind die Gebirgsstraßen: Die Transalpina und die Straße durch das Olt-Tal führen von hier ins Hochland, und wer der Donau folgt, kommt zu den Felsenpfeilern des Eisernen Tors und dem Standbild des Dakerkönigs Decebal.

Geschichte

Das Gebiet gehörte zur römischen Provinz Dakien; bei Drobeta-Turnu Severin sind Reste der römischen Donaubrücke des Baumeisters Apollodor von Damaskus erhalten. Im Mittelalter war Oltenien als Banat von Craiova eine eigene Verwaltungseinheit der Walachei, deren Statthalter, die Bane, großen Einfluss hatten.

1821 begann hier der Aufstand unter Tudor Vladimirescu, einem Gutsbesitzer aus der Region, der als Vorläufer der Revolution von 1848 gilt. Von 1718 bis 1739 gehörte Oltenien zu den Habsburgern.

Landschaft und Kultur

Das Kloster Horezu aus dem Jahr 1690 zählt zum UNESCO-Welterbe, die Töpferkunst aus dem Ort Horezu ist als immaterielles Kulturerbe anerkannt. Bei Târgu Jiu schuf Constantin Brâncuși, der in der Nähe geboren wurde, sein Ensemble aus Endloser Säule, Tisch des Schweigens und Tor des Kusses.

Wandern lässt es sich im Retezat-Nationalpark mit seinen Gletscherseen, in den Cerna- und Jiu-Tälern oder an der Donau im Eisernen Tor. Die Küche ist deftig, bekannt sind Weine aus Drăgășani und Segarcea.