Rumänien

Jiu-Durchbruch

Defileul Jiului

Der Jiu zwängt sich zwischen Vâlcan- und Parâng-Gebirge durch eine lange, waldreiche Schlucht.

Region
Oltenien (Kleine Walachei)
Kreis
Kreise Gorj und Hunedoara
Schutzstatus
Nationalpark (IUCN-Kategorie II)
Fläche
ca. 11.100 ha
Ausgewiesen
2005 (Regierungsbeschluss Nr. 1581)
Gebirge
Südkarpaten (zwischen Vâlcan- und Parâng-Gebirge)
Kreise
Gorj (ca. 92 %) und Hunedoara (ca. 8 %)
Koordinaten
45,27° N · 23,37° O
Parcul Național Defileul Jiului
Foto: Nicu Farcaș · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Der Nationalpark Defileul Jiului schützt das Durchbruchstal, das der Fluss Jiu zwischen dem Vâlcan- und dem Parâng-Gebirge in die Südkarpaten gegraben hat. Er liegt im Norden des Kreises Gorj, ein kleiner Teil reicht in den Kreis Hunedoara hinein. Rund 92 Prozent der Fläche gehören zu Gorj.

Der Park ist nach der IUCN-Kategorie II als Nationalpark eingestuft. Seine Grundlage ist ein Regierungsbeschluss von 2005, veröffentlicht im Januar 2006. Er umfasst etwa 11.100 Hektar. Der Kreis Hunedoara ist mit den Gemeinden um Petroșani und Vulcan vertreten, in Gorj liegen unter anderem Bumbești-Jiu und Schela.

Landschaft

Der Jiu durchschneidet hier das Gebirge von Nord nach Süd und hat ein enges, steilwandiges Tal geschaffen. Zu beiden Seiten steigen bewaldete Hänge an: im Osten das Parâng-Massiv, das mit dem Parângu Mare bis auf 2.519 Meter ansteigt, im Westen das Vâlcan-Gebirge, dessen höchster Punkt der Oslea mit 1.946 Meter ist.

Die Bahnstrecke Bumbești–Livezeni folgt dem Flusslauf durch die Schlucht, ebenso die Nationalstraße DN66 von Deva nach Filiași. Das Gebiet reicht vom Zusammenfluss von Ost- und West-Jiu bis zur Mündung des Sadu-Tals. Zu den Naturschutzgebieten im Park zählen der Sphinx von Lainici, eine sphinxförmige Felsformation, und die Rafailă-Felsen aus Schiefer mit Chloritoid-Einlagerungen. Im Park liegt außerdem das 1817 erbaute Kloster Lainici.

Tiere und Pflanzen

Über 80 Prozent des Parks sind von Buchen- und Traubeneichenwäldern bedeckt, dazu kommen Hainbuchen und Eschen. Die Pflanzenwelt umfasst über 550 Gefäßpflanzen und mehr als 140 Sporenpflanzen. Zu den geschützten Tierarten zählen Braunbär, Luchs, Fischotter, Große Hufeisennase, Großes Mausohr, Gelbbauchunke, Kammmolch sowie Käfer wie Hirschkäfer, Eremit und Alpenbock. Außerdem leben Gämse, Rothirsch, Reh und Wildkatze im Gebiet.

Die Lage zwischen zwei Gebirgsstöcken macht die Schlucht außerdem zu einem Korridor, in dem sich Lebensräume über die Höhenstufen hinweg verbinden. Unter den Reptilien sind Äskulapnatter, Schlingnatter und Smaragdeidechse zu nennen, an den Gewässern lebt die Groppe.

Anreise und Wandern

Ausgangspunkte sind die Orte an der Jiu-Straße im Norden von Gorj, etwa Bumbești-Jiu mit dem nahen Kloster Lainici. Von dort führen Pfade in die angrenzenden Gebirge, etwa ins Vâlcan- oder ins Parâng-Gebirge. Der Park lässt sich mit einem Besuch in Târgu Jiu verbinden.

Durch das Tal führt die Nationalstraße DN66 von Deva nach Filiași, auf der Seite von Hunedoara liegen die Städte Petroșani, Aninoasa und Vulcan.

Was man erleben kann

  • Schluchtstrecke des JiuDas enge Tal zwischen Vâlcan und Parâng ist der Kern des Parks und bester Eindruck vom Durchbruch.
  • Bahnstrecke Bumbești–LivezeniDie Bahn führt durch die Schlucht des Jiu.
  • Parâng-GebirgeÖstlich der Schlucht steigt das Massiv bis auf 2.519 Meter an und bietet Hochgebirgswanderungen.
  • Vâlcan-GebirgeDas kleinere, felsige Gebirge im Westen, höchster Punkt ist der Oslea mit 1.946 Metern.
  • Kloster LainiciDas 1817 erbaute Männerkloster liegt in der Schlucht, in der Nähe des Felsens Sphinx von Lainici.