Muntenien bildet den östlichen Teil der historischen Walachei und reicht von den Südkarpaten über das Vorland und die Tiefebene bis an die Donau. Hier liegt Bukarest, die Hauptstadt des Landes, mit dem größten Ballungsraum Rumäniens. Die Region ist das wirtschaftliche Zentrum und zugleich Kernland des mittelalterlichen Fürstentums, aus dem im 19. Jahrhundert der rumänische Staat hervorging. Der Name Muntenien leitet sich von rumänisch munte, Berg, ab und verweist auf die Lage am Fuß der Karpaten; die Region wird manchmal auch einfach als Walachei bezeichnet, obwohl diese historisch auch Oltenien einschließt. Zusammen bilden beide Teile die Țara Românească, das Rumänische Land.
Landschaftlich wechseln sich Getreideebenen, Hügelland mit Obst- und Weinbau und die Berge der Karpatenbiegung ab. Zwischen Bukarest und Brașov führt die meistbefahrene Verbindung des Landes durch das Prahova-Tal, vorbei an Ploiești, dem Zentrum der rumänischen Erdölindustrie, und an Gebirgsorten wie Sinaia, die schon im 19. Jahrhundert als Sommerfrische galten. Für Reisende ist Muntenien meist der Einstieg: Hier landen die meisten Flugzeuge, hier laufen Bahnlinien und Autobahnen zusammen. Wer über die Hauptstadt hinausfährt, erreicht zahlreiche Ziele in kurzer Distanz, vom Schloss Peleș bis zu den Felsen des Bucegi-Gebirges.
Geschichte
Das Fürstentum Walachei entstand im 14. Jahrhundert unter Fürsten aus dem Haus Basarab; Basarab I. besiegte 1330 bei Posada ein ungarisches Heer. Curtea de Argeș und später Târgoviște dienten als Residenzen, ab dem 17. Jahrhundert wurde Bukarest zum Sitz der Fürsten. Berühmte Herrscher waren Mircea der Alte, Vlad Țepeș und Michael der Tapfere, der 1600 für kurze Zeit die Walachei, Siebenbürgen und die Moldau unter seiner Herrschaft vereinte.
Jahrhundertelang stand das Land unter osmanischer Oberhoheit. 1859 wählten Walachei und Moldau denselben Fürsten, Alexandru Ioan Cuza, und legten damit den Grundstein für den modernen Staat. Bukarest wurde Hauptstadt, 1881 entstand das Königreich Rumänien.
Landschaft und Kultur
Die Südkarpaten mit Bucegi und Königstein (Piatra Craiului) sind das Wanderziel der Hauptstädter. Im Vorland liegen Klöster im Brâncoveanu-Stil, einer eigenständigen rumänischen Spielart der Spätrenaissance und des Barock. Die Donau bildet im Süden die Grenze zu Bulgarien.
Bukarest verbindet Boulevards der Zwischenkriegszeit, Bauten der Belle Époque, sozialistische Großprojekte wie den Parlamentspalast und eine lebendige Kneipen- und Kulturszene. Außerhalb der Hauptstadt prägen Dörfer mit Feldwirtschaft und Weinkellern, etwa im Gebiet Dealu Mare, das Bild.









