Bukarest ist mit knapp 1,7 Millionen Einwohnern die mit Abstand größte Stadt des Landes und liegt in der walachischen Ebene, weit weg von den Karpaten. Wer ankommt, trifft auf eine Stadt der Brüche: Neben französisch geprägten Villen und Boulevards aus dem frühen 20. Jahrhundert stehen Wohnblöcke der Ceaușescu-Zeit, dazwischen kleine Kirchen, die erstaunlich viele Epochen überdauert haben.
Das Zentrum ist weniger museal als in Siebenbürgen, dafür lebendiger und unfertiger. Cafés in Innenhöfen, Buchläden, Clubs und ein dichtes Theaterleben prägen den Alltag. Bukarest verlangt etwas Geduld, belohnt aber mit Schichten von Geschichte, die man erst auf den zweiten Blick entdeckt.
Geschichte
Einer Legende nach gründete ein Hirte namens Bucur die Stadt. Urkundlich erscheint Bukarest 1459 in einem Dokument des walachischen Fürsten Vlad Țepeș. Seit 1659 löste es Târgoviște endgültig als Hauptstadt der Walachei ab und blieb Mittelpunkt von Politik, Handel und Kultur, auch nach der Vereinigung der Fürstentümer, als es 1862 die Hauptstadt Rumäniens wurde.
Im 20. Jahrhundert wuchs die Stadt rasch. Erdbeben, Krieg und vor allem die großen Abrisse der 1980er-Jahre veränderten das Gesicht des Zentrums tiefgreifend. Im Dezember 1989 erreichte die Revolution auch Bukarest und führte zum Sturz Ceaușescus.
Stadtbild
Die Calea Victoriei ist die historische Hauptachse, an der Ateneul Român, Palais und Museen liegen. Die Altstadt rund um die Lipscani-Gasse, mit den Ruinen des alten Fürstenhofs Curtea Veche, wurde in den letzten Jahren stark saniert und ist heute Ausgehviertel.
Nach Norden folgen Parks wie Herăstrău, am westlichen Ende des Bulevardul Unirii erhebt sich der gewaltige Parlamentspalast. Das zeigt, wie Planung und Machtanspruch das Stadtbild geprägt haben.
Sehenswert
- ParlamentspalastEines der größten Gebäude der Welt, in den 1980er-Jahren für Ceaușescu begonnen; Führungen geben Einblick in Säle und Baugeschichte.
- Ateneul RomânDer runde Konzertsaal mit Kuppel und umlaufendem Wandfries zur rumänischen Geschichte gilt als Wahrzeichen der Bukarester Kultur.
- Altstadt und Curtea VecheDie Reste des Fürstenhofs aus dem 15. Jahrhundert liegen mitten im Ausgehviertel, in dem Gassen, Höfe und Kirchen eng beieinanderstehen.
- DorfmuseumDas Freilichtmuseum am Herăstrău-See zeigt Bauernhäuser, Holzkirchen und Mühlen aus allen Regionen des Landes.
- Calea VictorieiDie Prachtstraße verbindet Kulturbauten, Cafés und Passagen und ist der beste Weg, die Stadt zu Fuß zu erschließen.






