In Săpânța im Norden von Maramureș stehen auf dem Friedhof Hunderte Grabkreuze aus Eichenholz, die in leuchtendem Blau bemalt sind. Jedes zeigt eine naive Szene aus dem Leben des Verstorbenen und trägt einen kurzen Vers, oft mit Humor. Das widerspricht dem in Europa sonst verbreiteten Bild des Todes als etwas durch und durch Ernstem.
Der Friedhof ist heute ein Freilichtmuseum und ein nationales Ausflugsziel. Die Gestaltung ging über Jahrzehnte vom örtlichen Künstler Stan Ioan Pătraș aus, der die Tradition begründete.
Stan Ioan Pătraș
Pătraș (1908–1977) schnitzte 1935 das erste Epitaph. Bis in die 1960er Jahre entstanden mehr als 800 solcher Eichenkreuze. Er verzierte die traditionellen Holzstelen mit handgemalten Bildern der Verstorbenen und mit Versen über ihr Leben. Die Inschrift auf seinem eigenen Kreuz ist ebenfalls Teil des Friedhofs. Der Friedhof wurde von einem Reiseveranstalter zu den „Sieben Wundern Rumäniens“ gezählt und gilt heute als Freilichtmuseum.
Verse und Bilder
Die Epitaphe necken die Toten oft liebevoll, etwa in einem Vers, den ein Mann für seine Schwiegermutter verfasste, oder greifen familiäre Themen auf. Sie sind in der Sammlung „Crucile de la Săpânța“ (2017) von Roxana Mihalcea zusammengestellt; ein Fotoband von Peter Kayafas trägt den Titel „The Merry Cemetery of Sapanta“. Die Bilder zeigen Berufe, Gewohnheiten und manchmal auch die Todesumstände der Verstorbenen.
Sehenswert
- Bemalte EichenkreuzeJedes Kreuz verbindet ein farbiges Bild mit einem gereimten Text über den Menschen darunter.
- Das Grab von Stan Ioan PătrașAuch das Kreuz des Gestalters trägt einen eigenen Vers.
- Der Ort SăpânțaDas Dorf liegt im nördlichen Maramureș, nahe der ukrainischen Grenze.




