Rumänien

Roșia Montană

Goldbach · Verespatak · Alburnus Maior

Ein Goldbergbauort mit römischen Stollen und einem jahrzehntelangen Streit um eine neue Mine.

Region
Siebenbürgen
Kreis
Kreis Alba
UNESCO-Welterbe seit
2021
Ältester Beleg
Wachstafel vom 6. Februar 131
Staatsmine geschlossen
Ende 2006
Projekt abgelehnt
3. Juni 2014
Dörfer in der Gemeinde
16
Koordinaten
46,31° N · 23,13° O
Cetate open-pit gold mine
Foto: István Mihály · CC0 · Wikimedia Commons

Roșia Montană liegt in den Westkarpaten (Apuseni) im Kreis Alba. Die Bodenschätze der Gegend werden seit römischer Zeit oder früher genutzt. Das römische Alburnus Maior wurde unter Trajan als Bergbausiedlung gegründet; der älteste Beleg ist eine Wachstafel vom 6. Februar 131. Gefunden wurden Wohnhäuser, Gräber, Stollen und 25 beschriftete Wachstafeln.

Seit 2021 steht die Bergbaulandschaft von Roșia Montană auf der Liste des UNESCO-Welterbes und zugleich auf der Roten Liste der gefährdeten Stätten.

Bergbau über zwei Jahrtausende

Nach dem Abzug der Römer 271 ruhte der Abbau, bis im Mittelalter siebenbürgisch-sächsische Siedler ihn mit ähnlichen Techniken wieder aufnahmen. Unter der Habsburgermonarchie wurde der Bergbau stark ausgebaut; Karl VI. ließ 1733 Stauteiche anlegen. 1948 übernahm der Staat die Gruben, 1975 entstand ein Tagebau bei Cetate. Die staatliche Goldmine schloss Ende 2006, kurz vor dem EU-Beitritt Rumäniens. Die Gemeinde besteht aus 16 Dörfern; Gruben, Pochwerke und Teiche prägen die Landschaft, die 2021 als Bergbaulandschaft Welterbe wurde.

Der Streit um die Mine

Das kanadische Unternehmen Gabriel Resources plante ein neues Bergwerk. Dagegen formierte sich eine der größten Protestbewegungen Rumäniens der letzten Jahrzehnte, getragen von Organisationen von Greenpeace bis zur Rumänischen Akademie. Befürchtet wurden die Zerstörung römischer Reste und Zyanidverschmutzung. Nach Protesten im Herbst 2013 lehnte die Abgeordnetenkammer das Projekt am 3. Juni 2014 ab. Seit dem 30. Dezember 2015 ist das Gebiet ein Denkmal von nationaler Bedeutung, industrielle Tätigkeit ist dort verboten.

Sehenswert

  • Römische StollenIn den Berg getriebene Galerien aus der Zeit von Alburnus Maior zeugen vom antiken Goldbergbau.
  • WachstafelnDie 25 gefundenen Tafeln stammen aus römischer Zeit und tragen griechische und lateinische Inschriften.
  • Das DorfDie Häuser im Tal erinnern an die Bergbaukultur mehrerer Jahrhunderte.
  • FânFestAb 2004 organisierten Umweltgruppen im August ein Festival zugunsten der Rettungskampagne.