Sibiu ist die wohl am besten erhaltene Stadt der Siebenbürger Sachsen. Die Altstadt gliedert sich in eine Ober- und eine Unterstadt, verbunden durch Treppen und Gassen. Große Plätze, Bürgerhäuser mit auffälligen Dachfenstern und zahlreiche Türme prägen das Bild, das für das Kulturhauptstadtjahr 2007 gründlich saniert wurde.
Mit rund 134.300 Einwohnern ist die Stadt überschaubar und gut zu Fuß zu erkunden. Sie ist Sitz der evangelischen Kirche in Rumänien, hat ein reges Kulturleben und liegt am Fuß der Fogarascher Berge, was sie zu einem idealen Ausgangspunkt für Touren in die Region macht.
Geschichte
Hermannstadt geht auf deutsche Siedler zurück, die sich im 12. Jahrhundert auf dem Hügel über dem Cibin niederließen; die erste urkundliche Erwähnung stammt von 1191. Als Hauptort der Sieben Stühle wurde die Stadt zum politischen und wirtschaftlichen Zentrum der Sachsen und nach der türkischen Belagerung von 1438 mit drei Mauerringen und 39 Türmen stark befestigt.
Im 18. Jahrhundert war Hermannstadt Sitz der Habsburger Verwaltung Siebenbürgens; Samuel von Brukenthal war hier Gouverneur und legte den Grundstock des heutigen Museums. 2007 war Sibiu zusammen mit Luxemburg Kulturhauptstadt Europas.
Von 2000 bis 2014 war Klaus Johannis, der spätere rumänische Staatspräsident, Bürgermeister der Stadt; er gehörte dem Demokratischen Forum der Deutschen in Rumänien an.
Stadtbild
Der Große Ring (Piața Mare) ist der zentrale Platz der Oberstadt, mit Brukenthal-Palais, Jesuitenkirche und dem Ratsturm. Daneben liegt der kleinere Ring mit der berühmten Lügenbrücke, einer kleinen gusseisernen Brücke.
Die evangelische Stadtpfarrkirche dominiert mit ihrem Turm die Silhouette. Die Unterstadt mit ihren engen Gassen führt hinab zum Fluss Cibin und zeigt Reste der Stadtbefestigung, die teilweise noch erhalten sind.
Sehenswert
- Großer RingDer weite Platz mit Barockbauten, Cafés und dem Ratsturm ist das Herz der Stadt.
- LügenbrückeDie kleine gusseiserne Brücke zwischen Kleinem Ring und Unterstadt ist ein beliebtes Fotomotiv mit vielen Legenden.
- Evangelische StadtpfarrkircheDie gotische Hallenkirche, deren Turm man besteigen kann, enthält eine große Orgel und Grabplatten sächsischer Familien.
- Brukenthal-MuseumDie Sammlung des Gouverneurs im Brukenthal-Palais zählt zu den ältesten Museen des Landes.
- Astra-FreilichtmuseumIm Wald am Stadtrand zeigt das Museum der traditionellen Volkskultur Häuser, Mühlen und Werkstätten aus ganz Rumänien.






