Die Kirchenburg von Birthälm, rumänisch Biertan, ist eine der bedeutendsten der Siebenbürger Sachsen. Sie ist eine spätgotische Kirchenburg, die Ende des 15. Jahrhunderts von Siebenbürger Sachsen erbaut wurde, damals noch als römisch-katholische Marienkirche. Sie gilt als die letzte Hallenkirche, die in Siebenbürgen gebaut wurde.
Von 1572 bis 1867 war Birthälm Sitz des evangelischen Bischofs und damit geistlicher Mittelpunkt der Siebenbürger Sachsen. Der Ort mit seiner Kirchenburg wurde 1993 zum UNESCO-Welterbe erklärt; 1999 kamen sechs weitere Orte mit Kirchenburgen hinzu.
Baugeschichte
Der Ort wurde wohl zwischen 1224 und 1283 gegründet und lag auf Königsboden. Eine Kirche, wahrscheinlich romanisch, wird erstmals 1402 erwähnt. Im letzten Jahrzehnt des 15. Jahrhunderts begann der Bau der heutigen dreischiffigen Hallenkirche; eine Inschrift mit der Jahreszahl 1522 bezieht sich möglicherweise auf deren Fertigstellung. 1572 wurde der Pfarrer Lukas Unglerus zum Bischof der evangelischen Kirche gewählt, womit die Kirche zum Bischofssitz wurde.
Die Befestigung
Weil eine Befestigung des ganzen Ortes die Bewohner überfordert hätte, wurde, wie oft in Siebenbürgen, nur die Kirche befestigt. Die Anlage hat drei Mauerringe mit insgesamt acht Türmen. Der innere Ring mit vier Türmen stammt aus dem 14. Jahrhundert, der mittlere entstand zusammen mit der Kirche, der äußere im 16. und 17. Jahrhundert. Im Kuruzenkrieg (1703–1711) wurde die Kirche geplündert, das Erdbeben von 1977 beschädigte den Baukomplex, der von 1983 bis 1989 restauriert wurde. Im sogenannten Scheidungshaus wurden zerstrittene Ehepaare auf engem Raum festgehalten, bis sie über ihre Ehe entschieden hatten.
Sehenswert
- HallenkircheDie spätgotische, dreischiffige Hallenkirche bildet das Zentrum der Anlage.
- Drei MauerringeAcht Türme sichern die Ringe, die die Kirche auf dem Hügel umgeben.
- BischofssitzVon 1572 bis 1867 war Birthälm geistlicher Mittelpunkt der evangelischen Siebenbürger Sachsen.
- ScheidungshausIn einer Bastei des inneren Rings wurden Ehepaare, die sich scheiden lassen wollten, zur Versöhnung zusammen eingesperrt.






