Die Kirchenburg von Prejmer, deutsch Tartlau, liegt etwa 18 Kilometer nordöstlich von Brașov. Sie gilt als eine der besterhaltenen ihrer Art in Osteuropa und ist eine Bauernburg: Hinter ihren Mauern fanden die Familien des Dorfes Schutz.
Im Zentrum steht die Kirche, deren Bau wohl 1218 vom Deutschen Orden begonnen wurde. Als der Orden 1225 aus der Region vertrieben wurde, setzte das Zisterzienserkloster Kerz den Bau fort. Der Grundriss ist ein griechisches Kreuz, in Siebenbürgen sonst nicht zu finden.
Die Ringmauer
Prägend ist die 12 bis 14 Meter hohe und im Durchschnitt 4,5 Meter starke Ringmauer, deren innerer Durchmesser durchschnittlich 70 Meter beträgt. Wer die Burg betritt, durchquert einen 32 Meter langen tunnelartigen Torgang. An der Innenseite der Mauer liegen auf drei bis vier Ebenen 272 Kammern, die über hölzerne Treppen und Laufstege erreichbar waren; in der Burg ist heute auch ein Klassenzimmer eingerichtet.
Verteidigung und Geschichte
Die Mauer schließt mit einem überdachten Wehrgang mit Schießscharten und Pechnasen ab. Seit dem 16. Jahrhundert liegt vor dem Tor eine Vorburg, ein Wassergraben wurde im 19. Jahrhundert verfüllt. Prejmer lag am Ausgang des Buzău-Passes und war für Angreifer meist das erste Ziel; das Dorf wurde zwischen dem 13. und 17. Jahrhundert über fünfzigmal zerstört, die Burg dagegen nur selten erobert. Etwa 1.600 Dorfbewohner fanden hinter den Mauern Platz. Die letzten größeren Umbauten gab es im 18. Jahrhundert; von 1960 bis 1970 wurde die Anlage sorgfältig restauriert.
Sehenswert
- Kammern im Mauerring272 Kammern auf mehreren Ebenen dienten den Bauernfamilien als Zuflucht; eine zeigt eine sächsische Bauernstube.
- FlügelaltarDer spätgotische Flügelaltar stammt aus der Mitte des 15. Jahrhunderts.
- TodesorgelEiner Legende nach gab es hier eine Waffe, bei der mehrere Gewehre auf einer Wippe nebeneinander abgefeuert wurden.






