Die Festung Râșnov (deutsch Rosenauer Burg) ist eine mittelalterliche Fliehburg bei Brașov. Sie bot Stadtbewohnern und Dorfleuten der Umgebung Schutz in Kriegszeiten und war Teil eines Verteidigungssystems für die siebenbürgischen Dörfer. Die Besatzung stellten die rumänische und die sächsische Gemeinde in gleicher Zahl.
Der Standort war klug gewählt: Heere, die aus dem Törzburger Pass kamen, zogen durch Râșnov in Richtung Brașov und das Burzenland. Zeitweise lebten die Menschen aus Râșnov und den Nachbardörfern über Jahrzehnte in der Burg.
Geschichte
Spuren früher Befestigungen reichen bis in die Dakerzeit zurück. Die mittelalterliche Burg soll zwischen 1211 und 1225 entstanden sein, ein archäologischer Beleg fehlt. Erstmals urkundlich erwähnt wird sie 1335, als sie einen Tatareneinfall überstand. 1421 belagerte ein osmanisches Heer sie zum ersten Mal. 1612 fiel sie als einzige Zeit ihrer Geschichte, weil dem Gegner der Weg zu einer geheimen Quelle bekannt wurde.
Der Brunnen
Um nicht mehr vom Wasser abhängig zu sein, wurde von 1623 bis 1642 ein 146 Meter tiefer Brunnen gegraben. Einer Legende nach gruben ihn zwei türkische Gefangene in 17 Jahren und schrieben dabei Verse aus dem Koran an die Brunnenwände. Er war bis 1850 in Benutzung und wurde nach einem Radbruch an der Winde aufgegeben; in diesem Jahr gab man auch die Burg auf, sie verfiel. Die Restaurierungen seit 2000 waren umstritten, weil Teile der Reste dabei zerstört und frei nachgebaut wurden.
Die Mauern sind etwa fünf Meter hoch; im Süden, Westen und Norden schützen Felswände von rund 150 Metern die Anlage. Der Osten war am verwundbarsten und ist darum am stärksten befestigt.
Sehenswert
- Der 146-Meter-BrunnenEr wurde zwischen 1623 und 1642 gegraben und bis 1850 genutzt.
- Burghof und WehrmauerDie Anlage ähnelt in ihrer schlichten Bauweise den damaligen Wohnhäusern der Umgebung.
- Blick über das BurzenlandVon der Burg sieht man Râșnov, Brașov und die umliegenden Berge.






