Rumänien

Piatra-Craiului-Nationalpark

Parcul Național Piatra Craiului · Königstein

Ein 25 Kilometer langer, sägeblattartiger Kalkkamm mit Klammen, Höhlen und der endemischen Königsteinnelke.

Region
Siebenbürgen
Kreis
Kreise Brașov und Argeș
Schutzstatus
Nationalpark seit 1990, Naturschutzgebiet seit 1938
Fläche
ca. 148 km²
Höchster Punkt
Vârful La Om, 2.238 m
Gebirge
Piatra-Craiului-Gebirge (Südkarpaten)
Höhlen
mehr als 700
Koordinaten
45,53° N · 25,21° O
Piatra Craiului, creasta de mijloc
Foto: Amorphisman · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Der Piatra Craiului, deutsch Königstein, ist ein schmaler Kalkkamm in den Südkarpaten, etwa 25 Kilometer lang und steil wie eine Mauer. Von Zărnești aus sieht man die Felswand fast senkrecht aufragen. Der Kamm ist das markanteste Landschaftsbild der Südkarpaten bei Brașov.

Der Nationalpark erstreckt sich über die Kreise Brașov und Argeș und umfasst eine Karstlandschaft mit Höhlen, Klammen, Felstürmen und zeitweise wasserführenden Quellen. Botaniker interessieren sich schon seit dem 17. Jahrhundert für das Massiv; die endemische Königsteinnelke wurde hier erstmals beschrieben.

Landschaft

Der höchste Punkt ist die Spitze La Om mit 2.238 Metern. Weitere markante Gipfel sind Țimbalul Mare (2.177 m) und Vârful dintre Țimbale (2.170 m). Der Hauptkamm verläuft von Nordost nach Südwest, die Westwand ist als wissenschaftliches Reservat ausgewiesen und enthält Formationen wie den Finger des Călinet, die Türme der Diana und die „Wand Gottes“ (Zidul lui Dumnezeu).

Die Dâmbovicioara-Schlucht mit der gleichnamigen Höhle und die Brusturet-Klamm gehören zu den bekanntesten Karstformen im Park. Insgesamt sind im Park mehr als 700 Höhlen bekannt.

Tiere und Pflanzen

Über 1.300 Pflanzenarten wachsen im Park, ein Drittel der rumänischen Flora. Die Königsteinnelke (Dianthus callizonus) kommt nur hier vor. Dazu zählen Edelweiß, Alpenrosen, Alpen-Mohn und das Kohlröschen Nigritella rubra subsp. widderi.

Der Park ist von Wäldern aus Fichten, Tannen, Buchen, Lärchen und Zirbelkiefern umgeben, am Fuß des Massivs auch von Traubeneichen und Hainbuchen. Zur Flora zählen außerdem Königs-Seidelbast und Gelber Frauenschuh. An größeren Säugetieren leben Braunbär, Wolf, Luchs, Gämse, Rothirsch und Wildschwein, unter den Vögeln Auerhuhn, Haselhuhn, Wanderfalke, Stein- und Schreiadler. Die Gesamtfläche des Massivs beträgt rund 14.800 Hektar.

Wandern

Ausgangspunkte für Wanderungen sind Zărnești, Măgura, Peștera, Ciocanu und Șirnea; bei Zărnești liegt auch die Zărnești-Klamm (Cheile Zărneștilor). Die Kammwanderung folgt dem schmalen Grat und ist anspruchsvoll.

In Zărnești gibt es ein Besucherzentrum der Parkverwaltung. Das Gebiet ist seit 1938 als Naturschutzgebiet geschützt (damals auf 440 Hektar), seit 1990 als Nationalpark.

Die Nationalstraße DN73A zwischen Predeal und Șercaia führt in der Nähe des Parks vorbei. Auf der Seite des Kreises Brașov liegen die Gemeinden Fundata, Moieciu und Bran sowie die Stadt Zărnești, auf der Seite von Argeș Dâmbovicioara, Dragoslavele und Rucăr. Zu den geschützten Höhlen gehören die Fledermaushöhle Peștera Liliecilor und die Dâmbovicioara-Höhle.

Was man erleben kann

  • Vârful La OmMit 2.238 Metern der höchste Punkt des Massivs, erreichbar über den Kammweg.
  • Dâmbovicioara-SchluchtEine Karstschlucht mit einer gleichnamigen Höhle im Süden des Parks, auf der Seite des Kreises Argeș.
  • Brusturet-KlammEnge Karstklamm im Süden des Parks, bekannt zusammen mit der Dâmbovicioara-Schlucht.
  • WestwandEin wissenschaftliches Reservat mit Formationen wie Dianas Türmen und dem Finger des Călinet.
  • KönigsteinnelkeDie endemische Pflanze wächst nur im Piatra-Craiului-Massiv.