Rumänien

Sighișoara

Schäßburg · Segesvár

Schäßburg: eine bewohnte Burgstadt mit Türmen und Treppen, seit 1999 UNESCO-Welterbe.

Region
Siebenbürgen
Kreis
Kreis Mureș
Einwohner
ca. 23.900 (2021)
UNESCO-Welterbe seit
1999
Rumänischer Name erstmals
1435
Erste Erwähnung
1280 (Castrum Sex)
Koordinaten
46,22° N · 24,79° O
Panoramic Schäßburg Medieval Citadel (20903916345)
Foto: Andrei-Daniel Nicolae from Coventry, United Kingdom · CC BY 2.0 · Wikimedia Commons

Sighișoara liegt an der Großen Kokel und besteht aus zwei Teilen: der Unterstadt am Fluss und der ummauerten Oberstadt auf dem Burgberg. Das historische Zentrum ist einer der am besten erhaltenen bewohnten Burgkomplexe Europas und wurde 1999 zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt.

Mit knapp 24.000 Einwohnern ist die Stadt klein und übersichtlich. In der Oberstadt wohnen und arbeiten weiterhin Menschen; zwischen Pflaster, Torbögen, Kirchen und Handwerkerhäusern ist das Mittelalter auf angenehm unaufgeregte Weise gegenwärtig.

Geschichte

Die Siedlung wurde in der zweiten Hälfte des 12. Jahrhunderts von deutschen Einwanderern, den Siebenbürger Sachsen, gegründet und 1280 als Castrum Sex erstmals urkundlich erwähnt. Sie entwickelte sich zu einer wichtigen Handwerker- und Handelsstadt, deren Zünfte einzelne Türme der Wehrmauer unterhielten und danach benannt wurden.

Der rumänische Name Sighișoara taucht 1435 erstmals schriftlich auf. Nach einer Überlieferung wohnte Vlad II. Dracul zwischen 1431 und 1436 in der Stadt; sein Sohn Vlad Țepeș, möglicherweise hier geboren, gilt als Vorbild der Draculagestalt Bram Stokers.

Stadtbild

Der Uhrturm (Stundturm) aus dem 14. Jahrhundert ist das Wahrzeichen und beherbergt ein Museum zur Stadtgeschichte. Von ihm aus führen Gassen zum Burgplatz, zu Handwerkerhäusern in Pastellfarben und zur Bergkirche, die man über die überdachte Schülertreppe erreicht.

Von ursprünglich vierzehn Türmen der Stadtbefestigung sind noch mehrere erhalten, dazu eine fast vollständige Ringmauer um die Oberstadt. Die Türme sind nach Zünften wie Schneidern, Schustern oder Zinngießern benannt sind. In der Unterstadt reihen sich Cafés, Läden und die evangelische Stadtpfarrkirche aneinander, die zwischen 1492 und 1515 erbaut wurde.

Sehenswert

  • UhrturmDer Turm am Haupttor der Oberstadt bietet vom Umgang einen weiten Blick über Dächer und Hügel.
  • Schülertreppe und BergkircheDie überdachte Holztreppe führt zur gotischen Bergkirche mit altem Friedhof, den Siebenbürger Sachsen angelegt haben.
  • BurgplatzDer Platz mit Haus mit Hirschgeweih, Venezianischem Haus und Gassen ist das Zentrum der Oberstadt.
  • Stadtmauer und ZunfttürmeMehrere Türme der Befestigung sind erhalten und lassen sich auf einem Rundgang entdecken.