Rumänien

Kirchenburg Deutsch-Weißkirch

Biserica fortificată din Viscri · Deutsch-Weißkirch · Fehéregyháza

Eine der kleinsten Kirchenburgen Siebenbürgens, auf einem Hügel über dem Dorf.

Region
Siebenbürgen
Kreis
Kreis Brașov
UNESCO-Welterbe seit
1999 (Dörfer mit Kirchenburgen in Siebenbürgen)
Ursprüngliches Patrozinium
Heiliger Andreas
Typ
Hügelburg / Wehrkirchenburg
Lage
Viscri, Gemeinde Bunești, Kreis Brașov
Koordinaten
46,05° N · 25,09° O
Poarta principala de acces - biserica fortificata din viscri
Foto: The yoowe · CC BY-SA 3.0 ro · Wikimedia Commons

Viscri, deutsch Deutsch-Weißkirch, liegt in der Gemeinde Bunești im Kreis Brașov. Die Kirchenburg auf dem Hügel zählt zu den kleinsten ihrer Art, vereint aber auf engem Raum alle wesentlichen Elemente einer Siebenbürger Wehrkirche: Ringmauer, Türme, Wohnturm und Kirche.

Gebaut wurde sie von den Siebenbürger Sachsen zur Zeit des Königreichs Ungarn. Ursprünglich römisch-katholisch, wurde sie nach der Reformation lutherisch. Die karge Lebenswelt und die Abgeschiedenheit der Gemeinde prägen das Bauwerk bis heute.

Baugeschichte

Die Kirche ging aus einer kleinen turmlosen Saalkirche mit Apsis hervor, die dem heiligen Andreas geweiht war. Sie soll von den Szeklern errichtet worden sein, die vor den Sachsen hier lebten, bevor diese sie übernahmen; spätere Untersuchungen sprechen eher für eine sächsische Gründung. Um die Mitte des 13. Jahrhunderts entstand westlich davon ein Wohnturm, der später zum Bergfried ausgebaut wurde. Eine oval geführte Ringmauer ersetzte einen früheren Ringwall. Nach der Mitte des 15. Jahrhunderts wurde die Kirche nach Westen verlängert und an den Turm angeschlossen und erhielt ein feuersicheres Gewölbe.

Anlage

Es handelt sich der Lage nach um eine Hügelburg, der Form nach um eine Wehrkirchenburg, also eine befestigte Kirche innerhalb einer turmbewehrten Ringmauer. Im 17. Jahrhundert kamen Türme an der Nord- (1630) und Westseite (1648/49) hinzu, der Torturm wurde 1650 neu errichtet. Nach dem Ende des Kuruzzenaufstands 1711 wurde die Anlage teilweise entfestigt: Der hölzerne Wehrgang wich einem steinernen Gang, in dem Getreide und Speck lagerten. Der Burgvorplatz entstand im 17. oder 18. Jahrhundert und ist nur noch teilweise erhalten. Das ehemalige Haus des Burghüters war in den äußeren Mauergürtel eingebunden.

Sehenswert

  • Ringmauer und TürmeDie Mauern umgeben Kirche und Bergfried auf dem Hügel.
  • BergfriedDer ehemalige Wohnturm wurde nach der Mitte des 15. Jahrhunderts an die Kirche angeschlossen.
  • Dorf als EnsembleKirchenburg und Dorf gemeinsam stehen auf der UNESCO-Liste.