Rumänien

Bistrița

Bistritz · Nösen · Beszterce

Sächsische Stadt im Nösnerland mit Laubengängen und einem Auftritt in „Dracula“.

Region
Siebenbürgen
Kreis
Kreis Bistrița-Năsăud
Kreis
Bistrița-Năsăud (Kreishauptstadt)
Deutscher Name
Bistritz
Landschaft
Nösnerland
Einwohner
ca. 78.900 (2021)
Erste Erwähnung
1241
Koordinaten
47,13° N · 24,50° O
Bistrița Evangelische kerk 1
Foto: Smiley.toerist · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Bistrița, deutsch Bistritz, liegt im Nordosten Siebenbürgens und ist das Zentrum des Nösnerlandes, rumänisch Țara Năsăudului. Die Stadt gehörte zu den befestigten Siedlungen der Siebenbürger Sachsen. Durch sie fließt der gleichnamige Fluss Bistrița, und in der Nähe liegt das Bârgău-Gebirge, an dessen Hängen auch ein Weinanbaugebiet liegt.

Im Straßenbild fallen die Laubenhäuser am Hauptplatz auf. Sie prägen den Platz bis heute. Literarisch ist die Stadt bekannt, weil Bram Stoker sie in seinem Roman „Dracula“ als Station des Jonathan Harker nennt. Harker übernachtet im Roman im Hotel „Goldene Krone“; Reisende, die dem Schauplatz folgen wollen, finden in der Stadt Hinweise auf den Roman, aber kein Schloss.

Stadtgeschichte

Die Stadt wurde im 12. Jahrhundert von Siebenbürger Sachsen gegründet; die erste urkundliche Erwähnung stammt aus einem Bericht über den Mongolensturm von 1241. 1353 erhielt sie das Marktrecht und das Recht auf ein eigenes Siegel, 1366 die Rechte des Goldenen Freibriefes. Bistritz entwickelte sich als Handwerker- und Handelsstadt der Siebenbürger Sachsen. Zünfte, Märkte und eine Stadtmauer prägten das Mittelalter. Mehrere Türme und Mauerreste sind erhalten und geben einen Eindruck von der einstigen Wehrhaftigkeit.

Um 1550 wurde die Reformation eingeführt. Bis 1919 gehörte Bistritz zu Österreich-Ungarn, von 1940 bis 1944 noch einmal zu Ungarn. Im 20. Jahrhundert verließ der Großteil der deutschen Bevölkerung die Stadt. Heute ist Bistrița ein modernes Regionalzentrum, in dem Industrie und Handel eine wichtige Rolle spielen.

Stadtbild

Das Herz bildet der lang gestreckte Hauptplatz mit den Sugălete, den Laubenhäusern, deren Arkaden an die Handelstradition erinnern. Darüber ragt die evangelische Stadtpfarrkirche auf, deren Bau 1470 begonnen wurde und deren 75 Meter hoher Turm weithin sichtbar ist. 2008 beschädigte ein Brand die Kirche schwer.

In der Umgebung locken das Bârgău-Gebirge, kleine Kirchenburgen in den Dörfern und der Weg über den Tihuța-Pass, den Reisende mit Stokers „Dracula“ verbinden.

Sehenswert

  • Evangelische StadtpfarrkircheSpätgotische Kirche mit 75 Meter hohem Turm, die den Hauptplatz überragt.
  • Laubenhäuser am HauptplatzDie Arkadenhäuser bilden ein geschlossenes historisches Ensemble.
  • KüferturmEin Rest der alten Befestigung gibt Einblick in die Stadtgeschichte.
  • Tihuța-PassDie Gebirgsstraße nach Osten wird gern mit Bram Stokers „Dracula“ verknüpft.