Rumänien

Timișoara

Temeswar · Temesvár

Temeswar: Banater Metropole mit Habsburger Plätzen, Jugendstilfassaden und Revolutionsgeschichte.

Region
Banat
Kreis
Kreis Timiș
Einwohner
ca. 250.800 (2021)
Höhe
ca. 90 m
Fläche
ca. 130 km²
Kulturhauptstadt Europas
2023
Erste Erwähnung
1212 (castrum Temesiensis)
Koordinaten
45,76° N · 21,23° O
Piața Victoriei Timișoara
Foto: Marius Catalin Boldeanu · CC BY-SA 4.0 · Wikimedia Commons

Timișoara liegt im Westen Rumäniens, nahe den Grenzen zu Ungarn und Serbien. Mit rund 250.800 Einwohnern gehört sie zu den größten Städten des Landes und ist das historische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum des Banats. Hier leben Rumänen, Ungarn, Serben, Deutsche und andere Gruppen seit langem nebeneinander.

Die Stadt gilt als weltoffen und gepflegt. Die Plätze der Innenstadt sind aufwendig saniert, Jugendstil und Barock bestimmen das Bild. 2023 war Timișoara Kulturhauptstadt Europas, was auch zahlreiche Neuerungen im Stadtraum gebracht hat.

Geschichte

Der arabische Geograph al-Idrisi erwähnt bereits 1154 einen Ort in dieser Gegend; als castrum Temesiensis erscheint die Stadt 1212 in Urkunden. Nach der Zerstörung durch die Tataren 1241 rief König Béla IV. deutsche Siedler ins Land. Nach der Eroberung durch die Osmanen 1552 blieb Temeswar bis 1716 unter türkischer Herrschaft; danach baute die Habsburgermonarchie es zur Festung und zur Hauptstadt des Banats aus.

Im 19. Jahrhundert wurde Temeswar zu einem Zentrum der Industrie. Bis etwa 1944 bildeten die Deutschen die größte Bevölkerungsgruppe der Stadt. Im Dezember 1989 begann hier mit Protesten gegen die Versetzung des reformierten Pfarrers László Tőkés die Revolution, die zum Sturz Ceaușescus führte.

Stadtbild

Die Innenstadt gliedert sich in drei Plätze. Der Piața Victoriei mit dem Nationaltheater, der Oper und der orthodoxen Kathedrale der Heiligen Drei Hierarchen ist die große Promenade der Stadt; am Piața Unirii stehen der barocke Dom und die serbische Kirche.

Rund um den Zentrumskern erstrecken sich Altbauviertel wie Fabric und Iosefin mit Jugendstilhäusern. Der Bega-Kanal und seine Parks schaffen Grünflächen mitten in der Stadt.

Sehenswert

  • Piața VictorieiDie lange Promenade mit Opernhaus, Theater und Kathedrale ist das Schaufenster der Stadt.
  • Piața UniriiDer barocke Platz mit römisch-katholischem Dom und serbisch-orthodoxer Kathedrale zeigt die Vielfalt der Stadt.
  • Hunyadi-SchlossDie mittelalterliche Burg, später mehrfach umgebaut, beherbergt heute ein Museum.
  • JugendstilviertelIn den Vierteln Fabric und Iosefin lassen sich restaurierte Fassaden und Hinterhöfe entdecken.
  • Bega-UferDer Kanal mit Promenaden und Brücken ist beliebt für Spaziergänge und Radtouren.