Rumänien

Arad

Arad · Orod

Arad: Marosch-Stadt mit Festung, Neorenaissance-Rathaus und ungarischer Erinnerungskultur.

Region
Kreischgebiet
Kreis
Kreis Arad
Einwohner
ca. 145.100 (2021)
Erste Erwähnung (als Orod)
zwischen 1078 und 1081
Festung erbaut
1763–1783
Koordinaten
46,17° N · 21,31° O
Arad City Hall (30112380741)
Foto: Nick Savchenko from Kiev, Ukraine · CC BY-SA 2.0 · Wikimedia Commons

Arad liegt am Fluss Marosch (Mureș) im Westen Rumäniens, nahe der Grenze zu Ungarn, und zählt rund 145.100 Einwohner. Sie ist Hauptstadt des gleichnamigen Kreises, ein wichtiger Industriestandort und Verkehrsknoten sowie Sitz des rumänisch-orthodoxen Erzbistums.

Die Stadt gehörte bis 1920 zum Königreich Ungarn und zeigt dies in ihrer Architektur: breite Boulevards, Neoklassizismus und Eklektizismus bestimmen das Zentrum. Der Fluss mit seinen Uferpromenaden ist ein beliebter Ort für Spaziergänge.

Geschichte

Die erste urkundliche Erwähnung der Siedlung Orod stammt aus einem Dokument zwischen 1078 und 1081. 1552 eroberten die Osmanen die Burg; 1687 wurde Arad von der Türkenherrschaft befreit. Danach entwickelte sich Arad zu einem regionalen Zentrum, zu dem später auch der Stadtteil Neu-Arad auf der anderen Seite des Marosch gehörte, in dem Deutsche aus Franken angesiedelt wurden.

In der ungarischen Revolution 1848/49 spielte die Festung eine Rolle: Dort wurden am 6. Oktober 1849 dreizehn ungarische Generäle hingerichtet, die „Märtyrer von Arad“; ein Denkmal erinnert an sie. Im Oktober 1918 wurde der Nationale Rumänische Rat gegründet, der am 2. November 1918 seinen Zentralsitz von Budapest nach Arad verlegte. Aus Arad stammten mehrere seiner Führer, darunter Ștefan Cicio Pop und Vasile Goldiș.

Stadtbild

Zentrum ist der Piața Avram Iancu mit Rathaus, Theater und Palais. Das Rathaus im Stil der Neorenaissance ist ein Wahrzeichen. Die Straßen der Innenstadt zeigen gut erhaltene Fassaden des 19. Jahrhunderts.

Am Fluss liegt die sternförmige Festung, die zwischen 1763 und 1783 erbaut wurde. Bis 1918 diente sie auch als Militärgefängnis.

Die barocke römisch-katholische Stadtkirche entstand 1751; der heutige Monumentalbau der katholischen Kirche wurde zwischen 1902 und 1914 errichtet.

Sehenswert

  • RathausDas Neorenaissance-Gebäude mit Uhrturm prägt den Hauptplatz.
  • Festung AradDie sternförmige Anlage am Ufer ist ein Zeugnis habsburgischer Festungsbaukunst.
  • Klassisches TheaterDas 1874 fertiggestellte und nach einem Brand 1883 wiederaufgebaute Theater zeigt, wie stark das 19. Jahrhundert das Zentrum geprägt hat.
  • Marosch-UferDie Promenaden am Fluss laden zum Spazieren und Radfahren ein.