Rumänien

Naturpark Eisernes Tor

Parcul Natural Porțile de Fier

Die Donau bricht zwischen Karpaten und Balkan durch: der zweitgrößte Naturpark Rumäniens.

Region
Banat
Kreis
Kreise Caraș-Severin und Mehedinți
Schutzstatus
Naturpark (IUCN-Kategorie V), Ramsar-Gebiet seit 2011
Fläche
ca. 115.700 ha
Gegründet
2000
Gebirge
Südliches Banater Gebirge, Mehedinți-Gebirge
Arten
205 Vogel- und 34 Säugetierarten
Koordinaten
44,64° N · 22,11° O
Danube near Iron Gate 2006
Foto: Cornelius Bechtler · CC BY-SA 3.0 · Wikimedia Commons

Der Naturpark Eisernes Tor erstreckt sich im Südwesten Rumäniens am linken Ufer der Donau, in den Kreisen Caraș-Severin und Mehedinți. Er reicht von Socol im Westen bis nach Drobeta-Turnu Severin im Osten. Mit rund 115.700 Hektar ist er der zweitgrößte Naturpark des Landes.

Gegenüber, am serbischen Ufer, liegt der Nationalpark Đerdap; langfristig soll ein grenzüberschreitendes Biosphärenreservat entstehen. Der Naturpark wurde 2000 als Schutzgebiet von nationaler Bedeutung eingerichtet, 2007 von der IUCN als Kategorie V anerkannt und 2011 in die Ramsar-Liste aufgenommen.

Der Donaudurchbruch

Der Park umfasst die südlichen Ausläufer des Banater Gebirges, also das Locva- und das Almăj-Gebirge, außerdem das Mehedinți-Gebirge und einen Teil der Mehedinți-Hochfläche. Dazwischen windet sich die Donau durch ihr Durchbruchstal am Eisernen Tor.

Die Römer ließen entlang der Donauschlucht eine Straße in den Fels hauen; die Kaiser Tiberius und Trajan gelten als Bauherren. Reste des Grenzforts Drobeta liegen bei Turnu Severin, rund 15 Kilometer flussabwärts vom Staudamm stehen noch Brückenköpfe der Trajansbrücke, die Apollodor von Damaskus entwarf. Am Cazane-Abschnitt zwischen Orșova und Donji Milanovac wird die Donau auf 200 Meter Breite und 80 Meter Tiefe eingeengt.

Die Donau erreicht Rumänien bei Baziaș. Im ersten Kalksteinabschnitt zwischen Strămtura Pescari und Alibeg stehen bis zu 120 Meter hohe Hänge aus Jurakalk, bei Cozla beschreibt der Fluss einen großen Bogen. Bei Svinița liegen die Ruinen der Festung Tricule, die im 14. Jahrhundert gegen die Osmanen entstand; wegen des Staudamms sind nur noch zwei der drei Türme sichtbar.

Tiere und Pflanzen

Im Park sind 18 Schutzgebiete zusammengefasst, das größte ist das Feuchtgebiet Ostrov–Moldova Veche. Es leben hier 205 Vogelarten und 34 Säugetierarten. Zwei Vogelschutzgebiete des europäischen Netzes liegen im Park: die Donau zwischen Baziaș und dem Eisernen Tor (rund 10.000 Hektar) und die Bergwelt des Almăj-Locvei-Gebirges (rund 118.000 Hektar).

Gesetzlich geschützte Pflanzen sind unter anderem die Banater Tulpe (Tulipa hungarica), das Banater Hornkraut (Cerastium banaticum), Astragalus rochelianus, die Glockenblume Campanula crassipes, die Nelke Dianthus kitaibelii und die Iris reichenbachii.

Unterwegs

Der Park erstreckt sich entlang der Donau. Zahlreiche Fundorte aus Stein-, Bronze- und Eisenzeit sowie römische Reste liegen in der Region. Am Ufer bei der Mündung der Mraconia steht die 1994 begonnene und 2005 vollendete Felsskulptur des Dakerkönigs Decebal, 40 Meter hoch und 25 Meter breit. Zu den Klöstern der Gegend zählen Vodița bei Vârciorova (1370–1372 erbaut) und Mraconia (1523 gegründet, nach dem Kraftwerksbau überflutet). In Berzasca steht mit der Erzengelkirche von 1836 die älteste rumänische Kirche im Donaudefilee. Die Höhle Gaura Chindiei bei Pescari birgt Spuren protodakischen Lebens.

Was man erleben kann

  • DonauschluchtDer Durchbruch der Donau mit Felswänden an beiden Ufern ist das Wahrzeichen des Parks.
  • Römische SpurenReste einer in den Fels gehauenen Straße und des Kastells Drobeta erinnern an die römische Grenzlinie.
  • Banater TulpeEine der geschützten Pflanzenarten des Parks.
  • Feuchtgebiet Ostrov–Moldova VecheDas größte der 18 Schutzgebiete im Park.
  • Decebal-SkulpturIn den Fels gehauenes Dakerporträt, 40 Meter hoch und 25 Meter breit, an der Mündung der Mraconia.