Rumänien

Kloster Sucevița

Mănăstirea Sucevița

Wehrklosteranlage der Movilă-Familie, innen und außen komplett ausgemalt, mit Grün als Leitfarbe.

Region
Bukowina (Südbukowina)
Kreis
Kreis Suceava
Erbaut
1582–1584 (nach anderen Angaben 1585); Fresken um 1601
Stifter
Ieremia und Simion Movilă
UNESCO-Welterbe seit
2010 (Erweiterung der Kirchen der Moldau)
Lage
Gemeinde Sucevița, Kreis Suceava, südliche Bukowina
Patrozinium
Auferstehung Jesu Christi
Hof
ca. 100 × 104 m, Mauern ca. 6 m hoch
Koordinaten
47,78° N · 25,71° O
Mănăstirea Suceviţa5
Foto: Cezar Suceveanu. Original uploader was Cezarika1 at ro.wikipedia · Public domain · Wikimedia Commons

Sucevița liegt in der südlichen Bukowina, etwa 18 Kilometer von Rădăuți entfernt. Hohe Mauern mit Wehrtürmen umgeben die Anlage, was weniger nach Andacht als nach Verteidigung aussieht; das Kloster war zugleich eine fürstliche Residenz. Innerhalb der Mauern steht die der Auferstehung Christi geweihte Kirche, als deren Leitfarbe ein dunkles Grün gilt.

Sucevița gilt als eines der letzten Klöster, die im berühmten moldauischen Stil außen bemalt wurden, und als das einzige, dessen Innen- und Außenwände vollständig mit Wandmalerei bedeckt und durchgehend erhalten sind. Die Kirche gehört seit 2010 zum UNESCO-Welterbe der Kirchen der Moldau. Das Kloster wird bis heute als Nonnenkloster genutzt.

Die Stifterfamilie

Gestiftet wurde das Kloster von Ieremia Movilă, der von 1595 bis 1606 Fürst der Moldau war, und seinem Bruder Simion. Gebaut wurde es von 1582 bis 1584, andere Angaben nennen 1585. Die Architektur verbindet byzantinische und gotische Elemente mit dem, was von anderen Moldauklöstern bekannt ist. Der Hof ist nahezu quadratisch und misst etwa 100 mal 104 Meter, die Mauern sind rund sechs Meter hoch und drei Meter dick, an den Ecken stehen Türme. Das Kloster war zunächst eine Handschriftenwerkstatt, später ein Druckzentrum. Im Museum sind die Grabdecken von Ieremia und Simion Movilă zu sehen, Porträts, die in Silberfaden gestickt sind.

Grüne Fresken

Die Malereien stammen aus der Zeit um 1601 und zeigen Szenen des Alten und Neuen Testaments. Auf den Fassaden herrscht ein dunkles Grün vor. Am bekanntesten ist die „Stufenleiter der Tugenden“ an der Nordseite: Eine Leiter führt zum Himmelstor, Teufel versuchen die Aufsteigenden, die wie Mönche gekleidet sind, in den Höllenschlund zu ziehen, Engel schweben darüber.

An den Außenwänden sind außerdem 14 Darstellungen antiker griechischer Dichter und Denker aus dem 16. Jahrhundert zu sehen, darunter Porphyrios, Platon, Aristoteles, Pythagoras, Solon und Sophokles sowie eine Sibylle. Sie zeigen, wie die Ostkirche das geistige Erbe der vorchristlichen Antike einbezog.

Sehenswert

  • Stufenleiter der TugendenDas große Fresko an der Nordfassade zeigt den Aufstieg zum Himmelstor und den Kampf der Teufel gegen die Engel.
  • Wehrmauern und TürmeDie rund sechs Meter hohen Mauern mit vier Ecktürmen geben dem Kloster den Charakter einer kleinen Festung.
  • Antike PhilosophenAußen sind Porphyrios, Platon, Aristoteles, Pythagoras und andere abgebildet.
  • KlostermuseumGezeigt werden Stickereien wie die Grabdecken der Movilă, Ikonen, Handschriften und Bücher.