Rumänien

Kloster Moldovița

Mănăstirea Moldovița

Von Petru Rareș gestiftet, mit der Belagerung Konstantinopels an der Südwand; als Leitfarbe gilt Gelb.

Region
Bukowina (Südbukowina)
Kreis
Kreis Suceava
Erbaut
1532; Wandmalereien 1537 (Toma von Suceava)
Stifter
Petru Rareș
UNESCO-Welterbe seit
1993 (Kirchen der Moldau)
Lage
Vatra Moldoviței, Kreis Suceava
Patrozinium
Mariä Verkündigung
Koordinaten
47,66° N · 25,57° O
Manastirea Moldovita, detaliu pictura exterioara
Foto: Alex Moise · CC BY-SA 3.0 ro · Wikimedia Commons

Das Kloster Moldovița bei Vatra Moldoviței ist ein aktives Frauenkloster, umgeben von Wehrmauern und Türmen. Die Mariä Verkündigung geweihte Kirche gilt als gelb-ocker bemalt: Auf den Außenwänden herrschen Gelb- und Ockertöne vor, die dem Bau im Vergleich zu den Nachbarklöstern eine hellere, fast sonnige Wirkung geben.

Die Kirche gehört zu den acht bemalten Kirchen der Moldau, die als Welterbe gelistet sind; Moldovița wurde 1993 gemeinsam mit sechs anderen aufgenommen, Sucevița kam 2010 hinzu. Seine Bedeutung liegt in der Verbindung von Verteidigungsfunktion und Bildprogramm: Die Mauern sollten Schutz bieten, die Fresken erzählen biblische Geschichte und spielen zugleich auf die osmanische Bedrohung an.

Gründung und Bau

Das Kloster wurde 1532 von Petru Rareș gestiftet, einem unehelichen Sohn Stefans des Großen. Rareș ließ die Kirchen der Bukowina innen und außen mit Fresken ausmalen. Die Kirche folgt dem traditionellen Dreikonchentyp und hat fünf Räume. Rund um die Anlage verlaufen Mauern mit Wehrtürmen; als Bauzweck wird ein Schutz gegen die osmanische Expansion genannt. 1537 erhielten Innen- und Außenwände ihre Wandmalereien, ausgeführt von Toma von Suceava. Moldovița und Humor gelten als die letzten Kirchen mit offener Vorhalle, einem verborgenen Raum über der Gruft sowie gotischen Fenstern und Türen.

Gelb-ocker Fresken

Die Malerei von Moldovița wird vom Gelb- und Ockerton bestimmt. Am bekanntesten ist die Darstellung der Belagerung Konstantinopels an der Südfassade. Sie erinnert an die Rettung der Stadt durch die Muttergottes im Jahr 626, gemeint ist aber eher der Fall der Stadt 1453, und sie wird als Anspielung auf die osmanische Bedrohung der Zeit gelesen.

Eine Prozession von Heiligen führt an der Ostseite über dem schmalen Fenster zur thronenden Muttergottes, und die Wurzel Jesse ordnet die Vorfahren Christi um die Heilige Familie. In der offenen Vorhalle bedeckt das Jüngste Gericht die gesamte Westwand, mit dem Feuerfluss und dem Meer, das seine Toten freigibt.

Sehenswert

  • Belagerung von KonstantinopelDie Szene an der Südfassade gehört zu den bekanntesten Bildern der Moldauklöster.
  • Jüngstes GerichtDas Gerichtsbild ist auch hier ein zentrales Thema des Bildprogramms.
  • WehrmauernMauern und Türme umschließen Kirche und Klostergebäude.
  • Wurzel JesseDer Stammbaum Christi entspringt einem liegenden Jesse am Fuß der Wand.