Rumänien

Kloster Voroneț

Mănăstirea Voroneț · Sixtinische Kapelle des Ostens

Die Georgskirche mit dem berühmten Voroneț-Blau und dem Jüngsten Gericht an der Westwand.

Region
Bukowina (Südbukowina)
Kreis
Kreis Suceava
Erbaut
1488 (Kirche); Vorhalle und Außenmalerei 1547
Stifter
Stefan der Große; Außenmalerei unter Metropolit Grigorie Roșca
UNESCO-Welterbe seit
1993 (Kirchen der Moldau)
Lage
Voroneț, Stadtgebiet von Gura Humorului, Kreis Suceava
Patrozinium
Heiliger Georg
Koordinaten
47,52° N · 25,86° O
Biserica Voronet
Foto: Ione.pomana · CC BY-SA 3.0 ro · Wikimedia Commons

Voroneț liegt am Rand von Gura Humorului in der südlichen Bukowina, im Kreis Suceava. Von den bemalten Kirchen der Moldau gehört die Georgskirche zu den bekanntesten, weil ihre Außenwände von einem Farbton beherrscht werden, den man in Rumänien „Voroneț-Blau“ nennt. Wegen der Qualität der Fresken wird sie auch „Sixtinische Kapelle des Ostens“ genannt, und der Name Voroneț steht oft stellvertretend für die ganze Gruppe der bemalten Moldaukirchen.

Die Kirche ist klein, ein Dreikonchenbau mit Altarraum, Naos samt Turm und Vorraum, und ihre Wirkung kommt vor allem aus der Malerei. Sie steht innerhalb der Klostermauern; die übrigen Klostergebäude sind nicht mehr erhalten. Das Kloster wurde kurz nach 1775 verlassen, als die Habsburger den Norden der Moldau annektierten. Erst 1991 kehrte eine Gemeinschaft zurück, heute leben hier Nonnen.

Entstehung

Der Überlieferung nach ließ Stefan der Große die Kirche zur Erinnerung an seinen Sieg in der Schlacht von Vaslui bauen. Einer Legende zufolge hatte er in einer Kriegskrise den Einsiedler Daniil um Rat gefragt, der ihm sagte, er solle den Kampf gegen die Osmanen nicht aufgeben und nach dem Sieg ein Kloster zu Ehren des heiligen Georg errichten. Die Kirche entstand 1488 in nur wenigen Monaten, nach der Bauinschrift zwischen dem 26. Mai und dem 14. September. Erst 1547 ließ der Metropolit Grigorie Roșca die Vorhalle an der Westseite anfügen und die Außenwände bemalen; die Malerei war schon bei Baubeginn vorgesehen. Roșca und der Einsiedler Daniil sind in der Kirche begraben.

Das Blau der Fresken

Das Blau dominiert die Außenfassaden und gibt dem Kloster seinen Beinamen. Die gesamte Westwand zeigt das Jüngste Gericht, auf der Südseite ist die Wurzel Jesse, der Stammbaum Christi, dargestellt. Die Nordseite, die am stärksten der Witterung ausgesetzt war, trägt unter anderem Adam und Eva im Paradies und den Akathistos-Hymnos. An der Ostseite wenden sich Märtyrer, Apostel und Heilige der Muttergottes mit dem Kind zu.

Eine Besonderheit unter den „Heiligen Hierarchien“ sind antike Philosophen wie Aristoteles, Platon und Sokrates sowie die Sibylle als Seherin der Antike. An der Nordseite ist noch der ursprüngliche Schmuck der Kirche zu sehen: Reihen glasierter Keramikscheiben in Gelb, Braun und Grün mit Reliefmotiven, darunter der Löwe und der Auerochsenkopf aus dem Wappen der Moldau.

Sehenswert

  • Jüngstes GerichtDie Westwand ist vollständig mit der Szene des Jüngsten Gerichts bemalt, eingebettet in das Voroneț-Blau.
  • Wurzel JesseAn der Südseite zeigt ein Stammbaum Jesses, des Vaters Davids, die Vorfahren Christi.
  • Antike DenkerZwischen den Heiligen erscheinen Aristoteles, Platon, Sokrates und die Sibylle, eine Seltenheit in der religiösen Malerei der Moldau.
  • Vorhalle von 1547Die 1547 angefügte Vorhalle hat auf der Westseite keine Öffnungen; die Wand blieb von Anfang an den Fresken vorbehalten.