Piatra Neamț ist die Hauptstadt des Kreises Neamț in der Moldau. Der Name bedeutet wörtlich „Deutschstein“; auf Deutsch hieß die Stadt Kreuzburg an der Bistritz, auf Ungarisch Karácsonkő. Sie liegt in der Westmoldau im Tal der Bistrița zwischen bewaldeten Hügeln am Fuß der Ostkarpaten, auf durchschnittlich 345 m Höhe.
Die Stadt hat einen kleinen, gepflegten Kern mit Fußgängerzone und viel Grün. Sie ist ein guter Standort für Ausflüge zu den Klöstern der Moldau, zum Ceahlău-Massiv, in die Bicaz-Klamm und zum Lacul Roșu. Wer die Gegend nicht nur zum Durchfahren nutzt, wird hier mit Natur und Geschichte belohnt.
Zeit Stefans des Großen
Die Stadt entstand Ende des 14. Jahrhunderts als Piatra lui Crăciun („Weihnachtsstein“). Stefan der Große, Fürst der Moldau (1433–1504), ließ hier zwischen 1468 und 1475 einen Fürstenhof errichten und stiftete 1497/98 die Kirche des heiligen Johannes des Täufers. Daneben steht der 1499 erbaute Stefansturm, der als Wahrzeichen der Stadt gilt.
Reste des Fürstenhofes sind in Teilen erhalten. Sie machen deutlich, dass Piatra Neamț schon im Mittelalter ein wichtiger Ort war.
Museen und Natur
Das Museum der Cucuteni-Kultur zeigt Funde der berühmten jungsteinzeitlichen Kultur, deren bemalte Keramik zu den bekanntesten Zeugnissen der Region gehört. In der Nähe liegt der Berg Cozla (679 m), auf den eine Seilbahn führt.
Ein Stück weiter nördlich beginnen die Berge der Ostkarpaten mit Wanderwegen und Seen, etwa rund um das Ceahlău-Massiv.
Die ältesten Siedlungsspuren am Stadtrand sind rund 28.000 Jahre alt; bei Ausgrabungen nahe der Stadt wurden zudem die Ruinen der dakischen Stadt Petrodava entdeckt, die Ptolemäus im 2. Jahrhundert erwähnt.
Sehenswert
- Fürstenkirche des heiligen Johannes1497/98 von Stefan dem Großen gestiftete Kirche mit benachbartem Stefansturm.
- Museum der Cucuteni-KulturSammlung bemalter Keramik und weiterer Funde aus der Jungsteinzeit.
- Seilbahn auf den CozlaBequem hinauf auf den Hausberg Cozla mit Blick über die Stadt.



